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GERRY WEBER erreicht Mei­len­stein zur Zu­kunfts­si­che­rung

15.07.2019

  • Investmentvereinbarung mit Robus und Whitebox
  • Finanzielle Sanierung im Rahmen eines Insolvenzplans
  • Robus und Whitebox führen Mittel von bis zu 49,2 Mio. Euro zu
  • GERRY WEBER erhält mit fortzuführendem Restrukturierungsplan sichere Perspektive für Kunden, Geschäftspartner und Lieferanten

GERRY WEBER hat heute eine wesentliche Entscheidung zur Zukunftssicherung der Unternehmensgruppe getroffen. Mit von Robus Capital Management Ltd. und Whitebox Advisors LLP verwalteten Fonds wurde eine verbindliche Investmentvereinbarung zur finanziellen Sanierung der Gesellschaft im Rahmen eines Insolvenzplans geschlossen. Die Unterzeichnung der Investmentvereinbarung und des verbindlichen Eckpunktepapiers zum Insolvenzplan im Verfahren der GERRY WEBER International AG erfolgte mit Zustimmung des Gläubigerausschusses und des Sachwalters, Rechtsanwalt Stefan Meyer.

In Umsetzung dieser Vereinbarung wird den Gläubigern der GERRY WEBER International AG schnellstmöglich ein Insolvenzplan zur Abstimmung vorgelegt werden. Dieser sieht vor, dass Robus und Whitebox einen Betrag in Höhe von bis zu EUR 49,2 Mio. für die nachhaltige finanzielle Sanierung der GERRY WEBER International AG zur Verfügung stellen. Die Gläubiger der GERRY WEBER International AG, die auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten sollen, können sich grundsätzlich zwischen Barabfindung und verschiedenen Finanzinstrumenten zur Wertaufholung entscheiden. Das aktuell bereits in Umsetzung befindliche Sanierungskonzept von GERRY WEBER wird im Interesse der Gläubiger des Unternehmens weiter umgesetzt. Die Gläubigerversammlung, die dem Insolvenzplan noch zustimmen muss, wird voraussichtlich noch im Laufe des dritten Quartals 2019 stattfinden. Ziel ist es, die Insolvenzverfahren im Spätherbst dieses Jahres erfolgreich zu beenden.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt marktüblicher Bedingungen, wie etwa kartellrechtlicher Freigaben und der Annahme eines separaten Insolvenzplans auf Ebene der GERRY WEBER Retail GmbH & Co. KG, einer wesentlichen Tochtergesellschaft der GERRY WEBER International AG. Auch hinsichtlich des Insolvenzplans der GERRY WEBER Retail GmbH & Co. KG wurde heute eine verbindliche Vereinbarung im Rahmen eines ausführlichen Eckpunktepapiers geschlossen.

Weiterer wesentlicher Bestandteil des den Gläubigern vorzulegenden Insolvenzplans für die GERRY WEBER International AG soll eine Kapitalherabsetzung auf voraussichtlich Null Euro sowie eine anschließende Barkapitalerhöhung sein. Die neuen Aktien sollen in einem ersten Schritt vollständig von Robus und Whitebox gezeichnet werden. Ein Teil der Aktien soll zur Bedienung von Wandelanleihen genutzt werden, die den Gläubigern, die für eine solche Wandelanleihe optieren, zur Verfügung gestellt werden. Auf Grund dieser Maßnahmen sollen die bestehenden Aktionäre aus der Gesellschaft ausscheiden.

Seit dem im Sommer 2018 angestoßenen Programm zur Neupositionierung und Restrukturierung von GERRY WEBER sind bereits wesentliche Schritte erfolgreich unternommen worden, um dem Unternehmen eine klare Zukunftsperspektive zu geben. So zeigen die durch den Vorstand eingeleiteten Maßnahmen, welche auch eine deutliche Optimierung des Geschäftsmodells beinhalten, bereits positive Resultate in Umsatz und Ertrag. GERRY WEBER hat sich in den letzten neun Monaten in seiner Produktentwicklung konsequent auf die eigene Zielgruppe konzentriert, wesentliche Prozessoptimierungen umgesetzt und spürbare Effizienzsteigerungen realisiert. Zu den umfassenden Maßnahmen, die erfolgreich implementiert wurden, zählen auch die im Frühjahr mit den Beschäftigten vereinbarten Tarifverträge zur Zukunftssicherung und die Interessenausgleiche sowie die sozialverträglichen Programme zur Schließung von betriebswirtschaftlich nicht sinnvollen Filialen der Gruppe.

Johannes Ehling, Vorstandssprecher der GERRY WEBER International AG, kommentiert: „Wir freuen uns mit ROBUS und WHITEBOX starke und in der Modebranche erfahrene sowie anerkannte Partner gefunden zu haben. Dafür haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Monaten hart gearbeitet. Die heute erzielten verbindlichen Vereinbarungen schaffen Klarheit und Sicherheit für Kunden, Geschäftspartner und Belegschaft. Wir können nun mit großem Elan an die weitere Umsetzung der operativen Neupositionierung und Restrukturierung gehen. Für die laufende Orderrunde und die CPD im Sommer sind wir mit unseren neuen Kollektionen bestens vorbereitet.“

Dr. Christian Gerloff, Generalbevollmächtigter, ergänzt: „Wir haben einen sehr intensiven Investorenprozess erlebt, der die gute Marktposition und Attraktivität von GERRY WEBER unterstreicht. Das erreichte Verhandlungsergebnis wird eine für Insolvenzverfahren deutlich überdurchschnittliche Insolvenzbefriedigung ermöglichen. Zugleich ist es in den vergangenen Monaten gelungen, das operative Geschäft im Rahmen der Eigenverwaltung nicht nur zu stabilisieren, sondern zukunftsorientiert auszubauen.“

Der Sachwalter Stefan Meyer (PLUTA Rechtsanwälte) zeigt sich auch aus Gläubigersicht mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden: „Ich freue mich sehr, dass sich mit der heutigen Entscheidung jenes Angebot durchgesetzt hat, dass nicht nur mit Blick auf die Gläubigerbefriedigung, sondern auch hinsichtlich der Transaktionsschnelligkeit und -sicherheit die beste Option darstellt. Das gute Verhandlungsergebnis ist dem engen und außerordentlich professionellen Zusammenwirken aller Beteiligten, dem Vorstand, dem Generalbevollmächtigten, den Gläubigerausschüssen und den Beratern zu verdanken. Mein besonderer Dank gilt aber den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im In- und Ausland, die in sehr schwierigen Zeiten die Nerven bewahrt und einen wahrlich hervorragenden Job gemacht haben.“

Zum Hintergrund

Die GERRY WEBER International AG befindet sich seit dem 25. Januar 2019 im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Am 1. April wurde das Verfahren eröffnet. Bei der Tochtergesellschaft GERRY WEBER Retail GmbH & Co. KG wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung am 1. Mai 2019 eröffnet. Das Insolvenzgericht hat in beiden Fällen Rechtsanwalt Stefan Meyer von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zum Sachwalter bestellt. Dem Vorstand der GERRY WEBER International AG mit Johannes Ehling (Vorstandssprecher sowie Chief Sales Officer und Chief Digital Officer), Florian Frank (Chief Restructuring Officer) und Urun Gursu (Chief Product Officer) steht der in der Modebranche erfahrene Rechtsanwalt Dr. Christian Gerloff (Gerloff Liebler Rechtsanwälte) als Generalbevollmächtigter zur Seite. Die Finanzierung des Geschäftsbetriebs von GERRY WEBER ist ungeachtet des laufenden Insolvenzverfahrens bis in das Jahr 2020 hinein gesichert.

Über die GERRY WEBER Gruppe

Die GERRY WEBER International AG mit Sitz in Halle/Westfalen ist ein weltweit operierender Konzern, der drei starke Markenfamilien unter einem Dach vereint: GERRY WEBER, TAIFUN und SAMOON. Darüber hinaus hält GERRY WEBER eine nicht-strategische Beteiligung in Höhe von 12% an der HALLHUBER GmbH.

Über PLUTA

PLUTA hilft Unternehmen in rechtlich und wirtschaftlich schwierigen Situationen. Seit der Gründung 1982 ist PLUTA stetig gewachsen und beschäftigt heute mehr als 400 Mitarbeiter in Deutschland, Spanien und Italien. Über 90 Juristen und 40 Kaufleute, darunter viele Rechtsanwälte und Steuerberater mit Mehrfachqualifikationen als Wirtschaftsprüfer, Diplomkaufmann oder Buchprüfer, sorgen für praktikable, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen. PLUTA unterstützt insbesondere bei der Sanierung und Fortführung von Unternehmen in Krisen oder Insolvenzsituationen und entsendet bei Bedarf auch Sanierungsexperten in die Organstellung. PLUTA gehört zur Spitzengruppe der Sanierungs- und Restrukturierungsgesellschaften, was Rankings und Auszeichnungen von INDat, JUVE, Focus, Legal 500, Who’s Who Legal, ACQ 5 Law Award und M&A Today Global Award belegen. Weitere Informationen unter www.pluta.net

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