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GERRY WEBER ver­ein­bart Eckpunkte für Ta­rif­ver­trag zur Zu­kunfts­si­che­rung sowie für In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan

05.04.2019

  • Weiterer Meilenstein in der Restrukturierung und Neupositionierung
  • Schließung von rund 120 Stores und Verkaufsflächen im Inland
  • Wegfall von 454 Vollzeitarbeitsplätzen (FTE) im Inland

GERRY WEBER hat sich mit den Arbeitnehmervertretern auf Eckpunkte zur weiteren Umsetzung der laufenden Sanierung der Gruppe geeinigt. So wurden für die Beschäftigten der GERRY WEBER International AG (GWI) und der GERRY WEBER Retail GmbH & Co. KG (GWR) sowie für die Mitarbeiter der Life-Style Fashion GmbH (Wholesale-Geschäft) entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet. Diese regeln zum einen den künftigen Tarifvertrag zur Zukunftssicherung von GERRY WEBER und zum anderen den Interessenausgleich sowie den Sozialplan zur Umsetzung der geplanten Sanierungsmaßnahmen.

Die Einigungen sind ein weiterer Meilenstein bei der laufenden Restrukturierung und Neupositionierung der GERRY WEBER-Gruppe. Sie tragen wesentlich dazu bei, dem Unternehmen eine klare Zukunftsperspektive zu geben, nicht zuletzt wegen der deutlich gesenkten Kostenbasis. Die Maßnahmen gemäß den Vereinbarungen werden umgehend umgesetzt und laufen voraussichtlich bis zum geplanten Abschluss der Neupositionierung Ende 2021.

„Unverzichtbare Sanierungsmaßnahmen verstärken Rückenwind im Markt“

Florian Frank, Mitglied des Vorstands der GERRY WEBER International AG und Chief Restructuring Officer, kommentiert: „Nach harten, aber jederzeit fairen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sind wir zügig zu Einigungen über den Tarifvertrag zur Zukunftssicherung und den Interessenausgleich gekommen. Wir sind zuversichtlich, dass wir GERRY WEBER auf dieser Grundlage zurück in die Erfolgsspur führen können.“ Johannes Ehling, Vorstandssprecher der GERRY WEBER International AG ergänzt: „Wir spüren, dass wir aufgrund der bereits ergriffenen Maßnahmen zur Neupositionierung insbesondere im Retail Rückenwind im Markt erhalten. Die Effekte aus den leider unverzichtbaren Sanierungsmaßnahmen werden diesen Rückenwind sicherlich verstärken.“

Die Einigung zu den Interessenausgleichen sehen folgende Eckpunkte vor:

  • Wegfall von 145 Vollzeitarbeitsplätzen (FTE) in den Overhead-Funktionen
  • Schließung von rund 120 Stores und Verkaufsflächen im Inland
  • Wegfall der korrespondierenden Anzahl von 309 FTE in den Filialen

Zur Milderung der wirtschaftlichen Nachteile sollen für die betroffenen Beschäftigten geeignete Regelungen in Sozialplänen vorgenommen werden (Abfindungen und gegebenenfalls auch Transfermaßnahmen).

Die genannten Zahlen beziehen sich auf die inländischen Gesellschaften der GERRY WEBER-Gruppe. Das Unternehmen verfolgt nach wie vor den ursprünglichen Sanierungsplan, der europaweit die Schließung von rund 180 Verkaufsflächen (ohne HALLHUBER) sowie den Abbau einer korrespondierenden Anzahl von Vollzeitarbeitsplätzen vorsieht.

Rückkehr in den Flächentarifvertrag ab 1. April 2022 vorgesehen

Die Einigung zum Tarifvertrag zur Zukunftssicherung sieht folgende Eckpunkte vor:

  • Entfall der Jahressonderzahlungen und Urlaubsgeld im laufenden Geschäftsjahr; sukzessive Aufnahme von Jahressonderzahlungen sowie Urlaubsgeld ab 2020
  • Übergang in den Flächentarifvertrag ab 1. April 2022
  • Anwendung der Flächentariferhöhungen für 2019 und 2020 mit je dreimonatiger Verzögerung

Dr. Christian Gerloff, Generalbevollmächtigter der GERRY WEBER International AG, kommentiert: „Die Einigung mit den Arbeitnehmervertretern bietet Gläubigern und potenziellen Investoren bei der Suche nach einer Zukunftslösung für die GERRY WEBER-Gruppe erhebliche Planungssicherheit. Deswegen ist es gut und wichtig, dass die Übereinkunft so zügig erzielt wurde.“

Finanzierung des Geschäftsbetriebs bis 2020 gesichert

Am 25. Januar 2019 hatte die GERRY WEBER International AG Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Verfahren wurde vom Amtsgericht Bielefeld am 1. April 2019 ebenfalls in Eigenverwaltung eröffnet. Das Insolvenzgericht hat Rechtsanwalt Stefan Meyer (PLUTA Rechtsanwalts GmbH), der auch schon im vorläufigen Verfahren tätig war, zum Sachwalter bestellt. Als Generalbevollmächtigter ist weiterhin der in der Modebranche erfahrene Dr. Christian Gerloff für GERRY WEBER tätig. Für die 100%-Tochtergesellschaft GERRY WEBER Retail GmbH & Co. KG wird die Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung für Anfang Mai 2019 erwartet. Im Rahmen dieser Verfahren können Teile der Maßnahmenpakete des 2018 ausgearbeiteten Restrukturierungsplans schneller und effizienter umgesetzt werden als es ursprünglich geplant war. Die Finanzierung des Geschäftsbetriebs ist bis in das Jahr 2020 hinein gesichert.

Sachwalter Stefan Meyer kommentiert: „Die GERRY WEBER Gruppe befindet sich auf einem guten Weg, um die angestrebten Sanierungsziele zu erreichen. Es freut mich sehr, dass in harten aber allseitig verantwortungsbewusst geführten Verhandlungen ein ausgewogenes Ergebnis im Bereich des Interessenausgleichs/Sozialplans und des Sanierungstarifvertrags gefunden werden konnte. Ich danke den Verhandlungspartnern Betriebsrat, IG Metall und dem Management für ihre konstruktiven und weitsichtigen Ergebnisse.“

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